Drei Nachtstücke

Song Cycle by Thomas Schubert (b. 1961)

Word count: 192

1. Im Alter [sung text checked 1 time]

Wie wird nun alles so stille wieder!
So war mir's oft in der Kinderzeit,
Die Bäche gehen rauschend nieder
Durch die dämmernde Einsamkeit,
Kaum noch hört man einen Hirten singen,
Aus allen Dörfern, Schluchten, weit
Die Abendglocken herüberklingen,
Versunken nun mit Lust und Leid
Die Täler, die noch einmal blitzen,
Nur hinter dem stillen Walde weit
Noch Abendröte an den Bergesspitzen,
Wie Morgenrot der Ewigkeit.

Authorship

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  • ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "In vecchiaia", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Waffenstillstand der Nacht  [sung text checked 1 time]

Windsgleich kommt der wilde Krieg geritten,
Durch das Grün der Tod ihm nachgeschritten,
Manch Gespenst steht sinnend auf dem Feld,
Und der Sommer schüttelt sich vor Grausen,
Läßt die Blätter, schließt die grünen Klausen,
Ab sich wendend von der blut'gen Welt. 

Prächtig war die Nacht nun aufgegangen,
Hatte alle mütterlich umfangen,
Freund und Feind mit leisem Friedenskuß,
Und, als wollt der Herr vom Himmel steigen,
Hört ich wieder durch das tiefe Schweigen
Rings der Wälder feierlichen Gruß.

Authorship

Researcher for this text: Maria Nimmerfall

3. Dank [sung text checked 1 time]

Mein Gott, dir sag ich Dank,
daß du die Jugend mir bis über alle Wipfel
in Morgenrot getaucht und Klang,
und auf des Lebens Gipfel,
bevor der Tag geendet,
vom Herzen unbewacht
den falschen Glanz gewendet,
daß ich nicht taumle ruhmgeblendet,
da nun herein die Nacht
dunkelt in ernster Pracht.

Authorship

Researcher for this text: Maria Nimmerfall