Der Jonas kehrt' im Wallfisch ein: Das muß ein sauber Wirthshaus sein! Salzwasser giebt es da statt Wein, Dabei soll Einer singen! Der "goldne Karpfen" ist mein Fisch, Da ist allzeit gedeckt der Tisch, Rein ist der Wein, das Bier ist frisch, Der Fisch soll mich verschlingen! Der Jonas saß im Wallfisch; ja! Kein Mädel und kein Tanzplatz da, Von Fischbein Alles, was er sah, Langweilig war's im Ganzen! Da lob ich mir den "schwarzen Bär"! Von Fischbein nicht die Spur umher, Doch läßt der Bär die Kreuz und quer In seinem Bauche tanzen. Im Wallfisch, wo der Jonas war, Stockmäuschenstill das ganze Jahr! Solch Wasserfisch, das ist doch klar, Muß allzeit stille schweigen. Ei Sapperment, dem "weißen Schwan" Dem hört ihr meilenweit schon an, Was man Plaisir drin haben kann An Sang und Flöt' und Geigen. Der Jonas ein Prophete war, Darum er denn auch offenbar Logiren konnt' ohn' viel Gefahr In solchem Wasserschanke. Jedweder gehe seine Bahn; Ich tanz' im "Bär", ich sing' im "Schwan", Im "Karpfen" stoß' ich lustig an. Im Wallfisch -- ? -- -- -- Nein, ich danke!
In der Zechstube. Fünf heitere Gesänge für 4 Männerstimmen, op. 74
Song Cycle by Joseph (Gabriel) Rheinberger (1839 - 1901)
1. Der Jonas kehrt im Walfisch ein
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Kein Jonas"
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Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler2. Schmetterling, wie freu ich mich
Language: German (Deutsch)
Schmetterling, wie freu ich mich: wir zwei beide, du und ich, morgens immer gleich zur Schenke. Wird dir flau, trinkst du Tau! Ei, das ist ein schön Getränke! Doch den Tau, ich muss dir sagen, kann mein Magen nicht vertragen. Nein, nein! der verträgt nur Wein. Trabe, Rösslein, immer zu, wir zwei beide, ich und du, mittags nur zuerst zur Schenke. Wird dir schwül, trink dich kühl; Wasser ist ein schön Getränke! Bin ein Mensch und trink nicht Wasser, würde nur davon noch blasser. Nein, nein! Sieh, ich trinke Wein! Liebster Schatz, nun lass mich gehn; Abend ist's, auf Wiedersehn! Weißt ja, wie ich dein gedenke! Wird dir weh, trinke Tee; Tee, das ist ein schön Getränke; doch ich weiß nicht, die Chinesen sind mir stets fatal gewesen. Nein, nein! Lasst mich fort zum Wein!
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852)
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Researcher for this page: Johann Winkler3. Bau‑Regel
Language: German (Deutsch)
Einer So Jemand baut ein neues Haus Und baut zuerst den Söller, Da kommt niemals ein Sinn heraus, Zuerst bau' er den Keller! Chor Stoßt an! ... Einer Und wer zuerst ein Mädel freit Und denkt zu trinken künftig, Der hat es oft gar schwer bereut, Der war im Bau nicht zünftig. Chor Stoßt an, stoßt an, stoßt an! Einer Doch habt ihr erst im Keller Wein, Da macht euch keine Sorgen: Die Liebe kommt von selbst herein, Wenn heute nicht, doch morgen. ... Einer Der Keller erst, das Dach hernach! Das ist ein gut Gezimmer. Im Keller Wein, und Lieb' im Dach Und Lieb' und Wein für immer! Chor Stoßt an, stoßt an, stoßt an
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Bau‑Regel", appears in Lieder, in Gesellige Lust
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Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler4. Mucker und Schlucker
Language: German (Deutsch)
Ein Trinker darf kein Mucker sein, kein Kriecher und kein Ducker sein. Der Wein erschließt die volle Brust, im Wein ist lauter Lieb und Lust, im Wein der Wahrheit Wonne. Zum Kuckuck mit der Muckerei, der Kriecherei und Duckerei; am Himmel steht die Sonne. Und wer in Wein tut Zucker ein, das muss ein armer Schlucker sein. Ja, Schlucker sind wir, aber reich, wir schlucken Wein, mit ihm zugleich das reine Gold der Sonne. Zum Kuckuck mit der Muckerei, der Duckerei und Zuckerei, wir wollen reine Sonne. Und wollt ihr weise Schlucker sein, müsst ihr auch Sternengucker sein, strahlt doch in jeden Tropfen Wein die ganze Lust der Welt hinein, und Stern und Mond und Sonne! Zum Kuckuck mit der Muckerei, der Duckerei und Zuckerei, hoch alle weise Schluckerei, hoch unsre Sternenguckerei! Am Himmel steht die Sonne!
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Mucker und Schlucker", appears in Lieder
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Confirmed with Lieder von Robert Reinick, Leipzig, s. a.
Researcher for this page: Johann Winkler
5. Lob des Seeweins
Language: German (Deutsch)
Was soll den wackern Zecher laben nach Tagesmüh zu neuem Mut? Von allen edlen Himmelsgaben bleibt stets der Wein das höchste Gut. Das Bier wird schlimm und immer schlimmer, für Grog sagt man dem Teufel Dank, der Punsch ist für die Frauenzimmer, der Wein, das ist der Männer Trank. Den Wein der alten Schwabengaue, den Seewein trinkt ein rechter Mann; vor Zeiten liebte man das Rauhe und lachte kühn ob Acht und Bann! Was tranken wohl die alten Schwyzer, als Sempachs Schlacht so heiß begann? Sie tranken keinen süßen Spritzer, sie tranken Seewein wie ein Mann. Der Rheinwein hat zwar Goldjuwelen, doch quillt dabei manch falsche Perl, auch rinnt er nur in reiche Kehlen, den Seewein trinkt ein rechter Kerl. Ein Bischof hat den Wein der Franken gesetzt zu einem Liebesmahl; er ist das Labsal aller Kranken, ist Medizin im Hospital. Nur zarten Seelchen dünket sauer, was tief im Seewein gärt und schafft, und dessen Herz hat keine Dauer, der nicht verträgt solch herbe Kraft. Drum hebt die Becher, lasst sie klirren, stoßet an, stoßet dreimal an, nach Cyprer mag mein Täubchen girren, doch Seewein trinkt ein braver Mann!
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852)
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