German (Deutsch) translations of Drei Gedichte für eine Singstimme mit Pianoforte, opus 15
by (Karl Johann Baptist) Oskar Hailer (1829 - 1897)
Die Veilchen haben sich geschämt Bei ihres Athems Wehen, Die Sterne haben sich gegrämt Wie sie ihre Augen gesehen. Und wie sie die Lippen hat aufgemacht, Da haben die rothen Rosen gedacht: Ach, blühten wir doch so schön! o mein, Ach, blühten wir doch so schön! Das schlanke Reh im grünen Wald, Das blieb verwundert stehen Und hat beschaut die zarte Gestalt: Ach, könnt' ich so zierlich gehen! Und wie sie gar ein Liedchen sang, Da wurde den Nachtigallen bang: Wir können nicht singen mehr! o mein, Wir können nicht singen mehr! Jetzt schlendert sie durch's Moos daher Und will sich niedersetzen, Das Bächlein kann sich nicht halten mehr, Es muß ihr die Füße netzen. Und durch die zitternden Blätter bricht Verstohlen ein Strahl vom Mondenlicht Und spricht : Jetzt kann ich sie seh'n! o mein, Jetzt kann ich sie recht beseh'n!
Text Authorship:
- by Salomon Hermann, Ritter von Mosenthal (1821 - 1877), "Das Mädchen", appears in Gesammelte Gedichte, in 1. Lyrisches
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Confirmed with S. H. Mosenthal's gesammelte Werke, sechster Band, Stuttgart und Leipzig: Eduard Hallberger, 1878, page 108. Appears in Lyrisches.
Es ist schon spät, es [wird]1 schon kalt, Was reitst du einsam durch den Wald? Der Wald ist lang, du bist allein, Du schöne Braut! Ich führ dich heim! "Groß ist der Männer Trug und List, Vor Schmerz mein Herz gebrochen ist, Wohl irrt das Waldhorn her und hin, O flieh! Du weißt nicht, wer ich bin." So reich geschmückt ist Roß und Weib, So wunderschön der junge Leib, Jetzt kenn ich dich - Gott steh mir bei! Du bist die Hexe Lorelei. - "Du kennst mich wohl - von hohem Stein Schaut still mein Schloß tief in den Rhein. Es ist schon spät, es [wird]1 schon kalt, Kommst nimmermehr aus diesem Wald."
Text Authorship:
- by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857), "Waldgespräch", appears in Gedichte, in 7. Romanzen
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View original text (without footnotes)1 Schumann, Zemlinsky: "ist"
Du schönes Fischermädchen, Treibe den Kahn an's Land; Komm zu [mir und setze]1 dich nieder, Wir kosen Hand in Hand. Leg' an mein Herz dein Köpfchen, Und [fürchte]2 dich nicht [zu]3 sehr, [Vertrau'st du dich]4 doch [sorglos]5 Täglich dem wilden Meer. Mein Herz gleicht ganz dem Meere, Hat Sturm [und]6 Ebb' und Fluth, Und manche schöne Perle In seiner Tiefe ruht.7
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, written 1824, appears in Buch der Lieder, in Die Heimkehr, no. 8, first published 1824
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View original text (without footnotes)Confirmed with Buch der Lieder von H. Heine. Hamburg bei Hoffmann und Campe. 1827, page 186; and with Reisebilder von H. Heine. Erster Theil. Hamburg, bey Hoffmann und Campe. 1826, page 12.
First published as number XII of Drei und dreißig Gedichte von H. Heine in Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz. Herausgegeben von F. W. Gubitz. Achter Jahrgang. Berlin, 1824. In der Maurerschen Buchhandlung. Sonnabend den 27. März. 50stes Blatt, page 246.
1 Meyerbeer: "mir, setz"; Oechsner: "mir und setz'"2 Oechsner: "fürcht'"
3 André, Dresel: "so"
4 Dresel: "Trauest du"
5 Mendel: "täglich"
6 Oechsner: "hat"
7 Meyerbeer adds:
Komm! Komm! Du schönes Fischermädchen, komm, komm, Wir kosen Hand in Hand. Komm! Komm! Komm!