German (Deutsch) translations of Sechs Gedichte von H. Heine, opus 66
by Richard Hol (1825 - 1904)
Mit deinen blauen Augen Siehst du mich [lieblich]1 an, Da ward mir so träumend zu Sinne, Daß ich nicht sprechen kann. An deinen blauen Augen Gedenk' ich allerwärts: -- Ein Meer von blauen Gedanken Ergießt sich über mein Herz.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Neuer Frühling, no. 18, first published 1830
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View original text (without footnotes)Confirmed with: Heinrich Heine’s sämtliche Werke in vier Bänden, herausgegeben von Otto F. Lachmann, Erster Band, Leipzig: Druck und Verlag von Philipp Reclam jun, [1887], page 245.
1 Würz: "freundlich"Wenn du mir vorüberwandelst, Und dein Kleid berührt mich nur, Jubelt dir mein Herz, und stürmisch Folgt es deiner schönen Spur. [Dann]1 drehst du dich um, und schaust mich Mit den großen Augen an, [Und mein Herz ist]2 so erschrocken, Daß es kaum dir folgen kann.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Neuer Frühling, no. 14
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View original text (without footnotes)1 Reissiger: "Doch"
2 Reissiger: "ist mein Herz gleich"
Ach, ich sehne mich nach Tränen, Liebestränen, [schmerzenmild]1, Und ich fürchte, dieses Sehnen Wird am Ende noch erfüllt. Ach, der Liebe süßes Elend Und der Liebe bittre Lust Schleicht sich wieder, himmlisch quälend, In die kaum genes'ne Brust.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Neuer Frühling, no. 12
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View original text (without footnotes)1 Deprosse: "schmerzensmild"
Spätherbstnebel, kalte Träume, überfloren Berg und Tal, Sturm entblättert schon die Bäume, und sie schaun gespenstig kahl. Nur ein einz'ger, traurig schweigsam einz'ger Baum steht unentlaubt, feucht von Wehmutstränen gleichsam, schüttelt er sein grünes Haupt. Ach, mein Herz gleicht dieser Wildnis, und der Baum, den ich dort schau' sommergrün, das ist dein Bildnis, vielgeliebte schöne Frau.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Neuer Frühling, no. 43
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(The following is a multi-text setting.)
Entflieh mit mir und sei mein Weib, Und ruh' an meinem Herzen aus; [Fern in der Fremde]1 sei mein Herz [Dein]2 Vaterland und Vaterhaus. [Gehst du nicht mit, so sterb ich hier]3 Und du bist einsam und allein; Und bleibst du auch im Vaterhaus, Wirst doch wie in der Fremde sein.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Verschiedene, in Tragödie, no. 1
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View original text (without footnotes)1 Hiller, Mendelssohn, Schumann: "In weiter Ferne"
2 Hiller: "dir"
3 Griffes: "Kommst du nicht mit, so sterb ich hier"; Hiller, Mendelssohn: "Und fliehst du nicht, so sterb' ich hier"; Schumann: "Entfliehn wir nicht, so sterb' ich hier"; Stanford: "Gehst du nicht mit, ich sterbe hier"
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Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht, Es fiel auf die [zarten]1 Blaublümelein: Sie sind verwelket, [verdorret]2. Ein Jüngling hatte ein Mädchen lieb, Sie flohen heimlich [von]3 Hause fort, Es [wußt']4 weder Vater noch Mutter. Sie sind gewandert hin und her, Sie haben gehabt weder Glück noch Stern, Sie sind [verdorben, gestorben]5.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Verschiedene, in Tragödie, no. 2 [an adaptation]
Based on:
- a text in German (Deutsch) from Volkslieder (Folksongs) , "Blaublümelein", collected by Arnim and Brentano
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View original text (without footnotes)Confirmed with Neue Gedichte von Heinrich Heine, Zehnte Auflage, Hamburg, Hoffmann und Campe, 1871, page 151. Below the number at the top of the text are the following words: "(Dieses ist ein wirkliches Volkslied, welches ich am Rheine gehört.)" which can be translated "This is a real folksong that I heard on the Rhein". See also Backer-Grøndahl's song, which uses some of this text.
1 Hiller, Mendelssohn: "bunten"2 Griffes, Walter, Stanford: "verdorrt"
3 Rubinstein: "vom"
4 Hermann, Hiller: "wusst's"
5 Hiller, Mendelssohn, C. Schumann: "gestorben, verdorben"
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Auf ihrem Grab, da steht eine Linde, Drin pfeifen die Vögel [und]1 Abendwinde, Und [drunter sitzt, auf dem grünen]2 Platz, [Der]3 Müllersknecht mit seinem Schatz. Die [Winde, die wehen so lind]4 und so schaurig, Die [Vögel, die singen]5 so süß und [so]6 traurig: Die schwatzenden Buhlen, [die]7 werden stumm, Sie weinen und wissen selbst nicht warum.
Text Authorship:
- by Heinrich Heine (1797 - 1856), no title, appears in Neue Gedichte, in Verschiedene, in Tragödie, no. 3
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View original text (without footnotes)1 Griffes, Schumann: "im"
2 Hiller: "drunten sitzt auf dem grünem"
3 Hiller: "Des"
4 Griffes, Schumann: "Winde wehen so lind", Hiller, Mendelssohn: "Winde weh'n so still"
5 Griffes, Hiller, Mendelssohn, Schumann: "Vögel singen"
6 omitted by Hiller
7 Griffes, Hiller, Mendelssohn, Schumann: "sie"
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