by Karl Stieler (1842 - 1885)
Der Sternenhimmel liegt über der Welt
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Der Sternenhimmel liegt über der Welt, Die Bäume flüstern im Winde, Da schleichen Zwei durch's thauige Feld Unter die grünende Linde. "Otfried, bist du's?" ""Gerlind, bist du's?"" So fragen die Zwei mit Bangen, Dann ist in einen seligen Kuß All ihre Antwort zergangen. "Bei Gott, wenn es mein Vater wüßt', Er thäte mich morgen bannen." ""Und wüßt' es der meine, wie hold du mir bist, Ich müßte heut' noch von dannen."" Sie neigte zurück ihr goldiges Haupt, Er faßt es mit beiden Händen: "So laß uns drum zu dieser Frist Das Leid in Wonne wenden!" "Die Vöglein und die Veigelein Sind alle schlafen gegangen, Dieweilen wir so traut allein Am Hals einander hangen." Und unter der Linde tiefem Dach Saßen die Beiden nieder, Nur manchmal klang fernes Rüdengebell -- Und todtenstille ist's wieder. So warden Zwei in stiller Stund' Einander ganz zu eigen, Die alte Linde, sie deckt ihr Glück -- Sie deckt es mit Grün und -- Schweigen!
About the headline (FAQ)
View text with all available footnotesConfirmed with Hochland-Lieder von Karl Stieler, Stuttgart, Meyer & Zeller's Verlag (Friedrich Vogel), 1879, pages 50-51.
Text Authorship:
- by Karl Stieler (1842 - 1885), "Minnelied", subtitle: "XI. Jahrh.", appears in Hochland-Lieder, in 4. Unter der Linde, no. 5, first published 1879 [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2015-03-24
Line count: 28
Word count: 157