by Johann Graf von Majláth (1786 - 1855)
Der Blumen Schmerz
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Language: German (Deutsch)
Wie ist es mir so schaurig Des Lenzes erstes Wehn, Wie dünkt es mir so traurig, Daß Blumen auferstehn. In ihrer Mutter Armen Da ruhten sie so still, Nun müssen, ach die Armen! Herauf in's Weltgewühl. Die zarten Kinder heben Die Häupter scheu empor: "Wer rufet uns in's Leben Aus stiller Nacht hervor?" Der Lenz mit Zauberworten Mit Hauchen süßer Lust, Lockt aus den dunklen Pforten, Sie von der Mutter Brust. In bräutlich heller Feyer Erscheint der Blumen Pracht, Doch fern schon ist der Freyer, Wild glüht der Sonne Macht. Nun künden ihre Düfte, Daß sie voll Sehnsucht sind Was labend würzt die Lüfte, Es ist der Schmerzen Kind. Die Kelche sinken nieder Sie schauen Erdenwärts: "O Mutter nimm uns wieder Das Leben gibt nur Schmerz." Die welken Blätter fallen, Mild deckt der Schnee sie zu - Ach Gott! so gehts mit allen, Im Grabe nur ist Ruh.
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Confirmed with Gedichte. Von Grafen Johann Mailáth. Wien, 1825. Bey Tendler und v. Manstein, pages 60-61; and with Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode. 1821. Viertes Quartal des sechsten Jahrgangs. Auf Kosten des Herausgebers Johann Schickh. Gedruckt bey Anton Strauß. Musik-Beylage zu No. 147. Sonnabend, den 8. December 1821. Attachment (with Schubert's song) at page 1240.
Note: Stanza 8 is missing in Friedlaender's edition (Edition Peters, Schubert Album, Band VI).
Text Authorship:
- by Johann Graf von Majláth (1786 - 1855), "Der Blumen Schmerz", first published 1821 [author's text checked 2 times against a primary source]
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