by Friedrich von Matthisson (1761 - 1831)
Die Vollendung
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Language: German (Deutsch)
Wenn ich einst das Ziel errungen habe, In den Lichtgefilden jener Welt, Heil, der Thräne dann an meinem Grabe Die auf hingestreute Rosen fällt! Heil der Blume, die, in stiller Trauer, Hier ein unschuldsvolles Mädchen pflückt, Mein gedenkt, und mit Erinnrungsschauer Seufzend an ihr Herz die Blume drückt. Sehnsuchtsvoll, mit hoher Ahndungswonne, Ruhig, wie der mondbeglänzte Hain, Lächelnd, wie beim Niedergang die Sonne, Harr' ich, göttliche Vollendung, dein! Eil', o eile mich empor zu flügeln Wo sich unter mir die Welten drehn, Wo im Lebensquell sich Palmen spiegeln, Wo die Liebenden sich wieder sehn. Sklavenketten sind der Erde Leiden, Oft, ach, öfters bricht sie nur der Tod! Blumenkränzen gleichen ihre Freuden, Die ein Westhauch zu entblättern droht!
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Researcher for this page: Peter Rastl [Guest Editor]
Confirmed with Poetische Blumenlese auf das Jahr 1786. Göttingen, bey Joh. Christian Dieterich, page 218.
This is the first version of Matthisson's poem; see below.
Text Authorship:
- by Friedrich von Matthisson (1761 - 1831), "Die Vollendung", written 1784-85, first published 1785 [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2017-07-30
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