by Friedrich Rückert (1788 - 1866)
Die Liebste steht mir vor den Gedanken,...
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Language: German (Deutsch)
Die Liebste steht mir vor den Gedanken, wie schön, o wie schön! Daß mir betäubt die Sinne wanken, wie schön, o wie schön! Sie hat mit Mienen mich angelächelt, wie hold, o wie hold, Daß durch das Herz mir die Strahlen schwanken, wie schön, o wie schön! Die hellen Fluren der Rosenwange, sie winken zur Lust, Und dunkel flattern die Lockenranken, wie schön, o wie schön! Des Aug's Narzissen, wie lieblich, wann sie erwachen im Tau, Und wann sie trunken in Schlummer sanken, wie schön, o wie schön! Die Palm' aus Eden, die ich in Träumen wie lange gesucht, Hab' ich gefunden im Wuchs, dem schlanken, wie schön, o wie schön! Der Quell des Lebens, dem ich gedurstet, er hat mich gelabt, Als meine Lippen aus deinen tranken, wie schön, o wie schön! Des Geistes Hoffen, der Seele Wähnen, dein Traum, Phantasie, Ist hier getreten in Körperschranken, wie schön, o wie schön! Des Frühlings Blumen, des Himmels Sterne, du bringst sie im Kranz Mir dar vereinigt, wie soll ich danken? Wie schön, o wie schön! Die höchste Schönheit halt' ich in deiner gedrückt an mein Herz; Es muß erliegen, es muß erkranken, wie schön, o wie schön! Du stirbst, o Freimund, und dich zu Grabe zu tragen, o sieh', Wie sich die Rosen mit Lilien zanken, wie schön, o wie schön!
R. Strauss sets lines 1-16
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- by Friedrich Rückert (1788 - 1866), no title, appears in Lyrische Gedichte, in 3. Liebesfrühling, in 3. Dritter Strauß. Entfremdet [or Gemieden], no. 61 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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