by Adolf Friedrich, Graf von Schack (1815 - 1894)
Leise, um dich nicht zu wecken
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Language: German (Deutsch)
Leise, um dich nicht zu wecken, Rauscht der Nachtwind, teure Frau! Leise in das Marmorbecken Gießt der Brunnen seinen Tau. Wie das Wasser, niedertropfend, Kreise neben Kreise zieht, Also zittert, leise klopfend, Mir das Herz bei diesem Lied. Schwingt euch, Töne meiner Zither, Schwingt euch aufwärts, flügelleicht; Durch das rebumkränzte Gitter In der Schönen Kammer schleicht. »Ist denn, liebliche Dolores«, Also singt in ihren Traum - »In der Muschel deines Ohres Für kein Perlenwörtchen Raum? Denk der Laube, dicht vergittert, Wo, umrankt von Duftgesträuch, Ihr in Seligkeit gezittert, Wie die Blätter über euch! War der Platz doch still und sicher Und kein Zeuge hat gelauscht; Selten, daß ein abendlicher Vogel durch das Laub gerauscht. O dem Freund noch eine Stunde, Wo dein Arm ihn so umschlingt, Und der Kuß von deinem Munde Feurig bis ans Herz ihm dringt! Hast du ihn so ganz vergessen? Einsam harrt er am Balkon, Überm Wipfel der Zypressen Bleicht des Mondes Sichel schon. Wie das Wasser, niedertropfend, Kreise neben Kreise zieht, Also zittert, leise klopfend, Ihm das Herz bei diesem Lied.«
J. Brahms sets stanzas 1-4, 7-9
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- by Adolf Friedrich, Graf von Schack (1815 - 1894), "Serenade", appears in Gedichte, in 2. Aus allen Zonen [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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