by Johann Heinrich Voss (1751 - 1826)
Das Tagewerk ist abgethan
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Das Tagewerk ist abgethan. Gib, Vater, deinen Segen! Nun dürfen wir der Ruhe nahn; Wir thaten nach Vermögen. Die holde Nacht umhüllt die Welt, Und Stille herrscht in Dorf und Feld. Ohn' Ende kreis't der Rundelauf Der eitlen Lebenssorgen: Den Müden nimmt der Abend auf; Ihn weckt der andre Morgen. Man trachtet, hofft, genießt, wird satt; Groß sieht, wer wünscht, und klein, wer hat. Aus Lieb' hat uns der Vater Schweiß Und Arbeit aufgeleget. Des Leibes Wohl gedeiht durch Fleiß; Der Geist auch wird erreget. Und strebt aus eitler Sorgen Tand Empor zu Gott, der ihn gesandt. Wann du getreu vollendet hast, Wozu dich Gott bestellte; Behaglich fühlst du dann die Rast, Vom Thun in Hitz und Kälte. Am Himmel blinkt der Abendstern, Und zeigt noch beßre Rast von fern. Auf Halm und Blume läßt geheim Der Vater Labsal thauen; Mit lassem Kniee wandert heim Der Mensch aus kühlen Auen: Ihn bettet Gott zu süßer Ruh', Und zieht des Dunkels Vorhang zu. Er aber sorgt indeß und wacht Für uns mit Vatergnade, Daß nicht ein Unfall wo bei Nacht An Leib' und Gut uns schade. Wir ruhn, uns selber unbewußt. Und wachen auf, voll Kraft und Lust.
F. Mendelssohn sets stanzas 1, 4
About the headline (FAQ)
View text with all available footnotesConfirmed with Sämmtliche poetische Werke von Johann Heinrich Voss, ed. by Abraham Voss, Leipzig, Immanuel Müller, 1835, page 191.
Text Authorship:
- by Johann Heinrich Voss (1751 - 1826), "Abendlied", appears in Oden und Lieder [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 36
Word count: 199