by Johann Heinrich Voss (1751 - 1826)
Der Rosenkranz
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Language: German (Deutsch)
An des Beetes Umbuschung Brach sie Rosen zum Kranz, Feurig prangte die Mischung Rings im tauigen Glanz. Ros' auf Ros' in das Körbchen sank, Purpurrot und wie Silber blank. Zwar den Grazien heilig, Sang sie, blühet ihr dort; Warum aber so eilig Abgeblüht und verdorrt? Die sich eben geöffnet blähn, Werden bald in dem Winde wehn. Rund zusammen gefaltet, Glühst du schwellend am Strauch; Komm, o Rose: dich spaltet Mein anathmender Hauch. Ach! wir schwellen, wie du, und glühn; Nur ein Lüftchen, und wir verblühn. Du rotstreifiges Knöpfchen, Zitternd scheust du dein Grab, Und ein perlendes Tröpfchen Hängt als Träne herab. Bleib! du sollst in dem Sonnenschein Dich des flüchtigen Lebens freun. Mit tiefsinniger Säumnis Flocht das Mädchen den Kranz, In der Laube Geheimnis Lieb' und Zärtlichkeit ganz. Als aufs Haupt sie das Kränzchen nahm, Wohl mir Seligem, daß ich kam!
F. Hensel sets stanzas 1-2, 4-5
Confirmed with Musenalmanach für 1800, Neustrelitz: Ferdinand Albanus [1799], page 33f. Spelling slightly modernized (e.g., "thauiegen" has been changed to "tauigen", etc.
Text Authorship:
- by Johann Heinrich Voss (1751 - 1826), "Der Rosenkranz", appears in Oden und Lieder [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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Line count: 30
Word count: 146