Bekränzet die Tonnen, Und zapfet mir Wein; Der Mai ist begonnen, Wir müssen uns freun! Die Winde verstummen, Und athmen noch kaum; Die Bienlein umsummen Den blühenden Baum. Die Nachtigall flötet Im grünen Gebüsch; Das Abendlicht röthet Uns Gläser und Tisch. Bekränzet die Tonnen, Und zapfet mir Wein; Der Mai ist begonnen, Wir müssen uns freun! Zum Mahle, zum Mahle, Die Flaschen herbei! Zween volle Pokale Gebühren dem Mai. Er träuft auf die Blüten Sein Roth und sein Weiß; Die Vögelein brüten Im Schatten des Mais. Er schenket dem Haine Verliebten Gesang, Und Gläsern beim Weine, Melodischen Klang; Giebt Mädchen und Knaben Ein Minnegefühl, Und herrliche Gaben Zum Kuß und zum Spiel. Ihr Jüngling', ihr Schönen, Gebt Dank ihm und Preis! Laßt Gläser ertönen Zur Ehre des Mais! Es grüne die Laube, Die Küsse verschließt! Es wachse die Traube, Der Nektar entfließt! Es blühe der Rasen, Wo Liebende gehn, Wo Tanten und Basen Die Küsse nicht sehn! Ihr lachenden Lüfte, Bleibt heiter und hell! Ihr Blüten voll Düfte, Verweht nicht so schnell!
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Carlsruhe, bey Christian Gottlieb Schmieder, 1784, pages 39-41; and with Poetische Blumenlese für das Jahr 1777. Herausgegeben von Joh. Heinr. Voß. Hamburg, bey Carl Ernst Bohn, pages 23-25.
Note: This is the version as published by Voß. The initial version of this poem, according to Hölty's manuscript, has two more stanzas and is quite different (see below).
Text Authorship:
- by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748 - 1776), "Trinklied im Mai", written 1775, first published 1777 [author's text checked 2 times against a primary source]
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