by Detlev von Liliencron (1844 - 1909)
Wir wandeln durch die stumme Nacht
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Language: German (Deutsch)
Wir wandeln durch die stumme Nacht, Der Tamtam ist verklungen; Du schmiegst an meine Brust dich an, Ich halte dich unschlungen. Und wo die dunklen Ypern stehn, Ernst wie ein Schwarz Gerüste, Da fand ich deinen kleinen Mund, Die rothe Perlenküste. Und langsam sind wir weiter dann, Weiß ich wohin? gegangen. Ein hellblau Band im Morgen hing, Der Tag hat angefangen. Um Ostern war's, der Frühling will Den letzten Frost entthronen. Du pflücktest einen Kranz für mich Von ersten Anemonen. Den legtest du mir um die Stirn, Die Sonne kam gezogen Und hat dir blendend um dein Haupt Ein Diadem gebogen. Du lehntest dich auf meinen Arm, Wir träumten ohn Ermessen. Die Menschen all im Lärm der Welt, Die hatten wir vergessen.
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View text with all available footnotesConfirmed with Detlev von Liliencron, Gesammelte Werke, zweiter Band Gedichte, Stuttgart, Berlin und Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt, 1923, pages 332-333.
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- by Detlev von Liliencron (1844 - 1909), no title, appears in Festnacht und Frühgang, no. 2 [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2006-10-16
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