by Anna (Nuhn) Ritter (1865 - 1921)
Liegt irgendwo im weiten Meer
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Language: German (Deutsch)
Liegt irgendwo im weiten Meer Ein selig, weltverloren Land, Still ziehn die Wolken drüber her, Und leise ebbt die Fluth am Strand. Uralte Bäume grünen dort Und wölben sich zum dichten Hain, In den drang nie ein Menschenwort, Nie eines Menschen Blick hinein. Aus purpurroten Kelchen steigt Ein seltsam süßer, müder Hauch, Versonnen sich der Himmel neigt Und reglos träumen Busch und Strauch. Am Ufer schaukelt sich ein Kahn, Die Wellen plätschern sacht am Kiel. Wen holt er ab auf weiter Bahn, Wen trägt er her zum selgen Ziel? Ach, daß der Kahn mich holen müßt' Aus dieser bangen, bangen Zeit, Daß ich den Weg zu finden wüßt Zur Insel der Vergessenheit.
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View text with all available footnotesConfirmed with Anna Ritter, Gedichte, Einundzwanzigste Auflage, Stuttgart und Berlin: J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger, 1905, pages 136-137.
Text Authorship:
- by Anna (Nuhn) Ritter (1865 - 1921), "Die Insel der Vergessenheit", appears in Gedichte, in 2. Vermischte Gedichte, no. 43 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2008-04-28
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