by Emanuel von Geibel (1815 - 1884)
Ich blick' in mein Herz und ich blick'...
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Language: German (Deutsch)
Ich blick' in mein Herz und ich blick' in die Welt, Bis vom Auge die brennende Thräne mir fällt, Wohl leuchtet die Ferne mit goldenem Licht, Doch hält mich der Nord -- ich erreiche sie nicht -- O die Schranken so eng, und die Welt so weit, Und so flüchtig die Zeit! Ich weiß ein Land, wo aus sonnigem Grün Um versunkene Tempel die Trauben glühn, Wo die purpurne Woge das Ufer beschäumt, Und von kommenden Sängern der Lorbeer träumt; Fern lockt es und winkt dem verlangenden Sinn, Und ich kann nicht hin. Und hätt' ich Flügel, durch's Blau der Luft Wie wollt' ich baden im Sonnenduft! Doch umsonst! Und Stunde auf Stunde entflieht -- Vertraure die Jugend -- begrabe das Lied -- O die Schranken so eng, und die Welt so weit, Und so flüchtig die Zeit!
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von Emanuel Geibel, Neununddreißigste Auflage, Berlin, Verlag von Alexander Duncker, 1855, page 26. Note: modern German spelling would change "Thräne" to "Träne"
Text Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Sehnsucht" [author's text checked 1 time against a primary source]
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