by Hermann von Gilm zu Rosenegg (1812 - 1864)
Warum so spät erst, Georgine?
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Language: German (Deutsch)
Warum so spät erst, Georgine? Das Rosenmärchen ist erzählt Und honigsatt hat sich die Biene Ihr Bett zum Schlummer schon gewählt. Sind nicht zu kalt dir diese Nächte? Wie lebst du diese Tage hin? Wenn ich dir jetzt den Frühling brächte, Du feuergelbe Träumerin. Wenn ich mit Maithau dich benetzte, Begösse dich mit Juni-Licht? Doch ach, dann wärst du nicht die Letzte, Die stolze Einzige auch nicht. Wie, Träumerin, lock' ich vergebens? So reich' mir schwesterlich die Hand, Ich hab' den Frühling dieses Lebens Wie du den Maitag nicht gekannt. Und spät, wie dir, du feuergelbe, Stahl sich die Liebe mir in's Herz; Ob spät, ob früh, es ist dasselbe Entzücken und derselbe Schmerz.
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von Hermann von Gilm, Erster Band, Wien: Verlag von Carl Gerold's Sohn, 1864, pages 247-248.
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- by Hermann von Gilm zu Rosenegg (1812 - 1864), "Die Georgine", appears in Die letzten Blätter [author's text checked 2 times against a primary source]
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