Du, der ewig um mich trauert, Nicht allein, nicht unbedauert, Jüngling, seufzest du; Wann vor Schmerz die Seele schauert, Lüget meine Stirne Ruh. Deines nassen Blickes Flehen Will ich, darf ich nicht verstehen; Aber zürne nicht! Was ich fühle, zu gestehen, Untersagt mir meine Pflicht. Unbekannt mit Reu' und Leide, Wie die Lämmchen auf der Weide, Spielten ich und du. Jeder Tag rief uns zur Freude, Jede Nacht zur sanften Ruh. Ewig sind wir nun geschieden! Damon, liebst du Philaiden, Fleuch ihr Angesicht! Nimm ihr nicht der Tage Frieden, Und der Nächte Schlummer nicht! Freund, schweif' aus mit deinen Blicken! Laß dich die Natur entzücken, Die dir sonst gelacht! Ach, sie wird auch mich beglücken, Wenn sie dich erst glücklich macht. Trauter Jüngling, lächle wieder! Sieh, beym Gruße froher Lieder, Steigt die Sonn' empor! Trübe sank sie gestern nieder; Herrlich geht sie heut' hervor.
F. Schubert sets stanzas 1-2
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von Friedrich Wilhelm Gotter. Erster Band. Gotha, bey Carl Wilhelm Ettinger, 1787, pages 12-14; and with Gedichte von Friedrich Wilhelm Gotter. Wien, 1816. Bey Chr. Kaulfuß und C. Armbruster (Meisterwerke deutscher Dichter und Prosaisten. Fünfzehntes Bändchen), pages 14-15.
Note provided by Peter Rastl: Schubert's autograph breaks off at the end of the second stanza before the last word. One may assume that he set the poem as a through-composed song with different music for the subsequent stanzas. Max Friedlaender, the editor of the first edition, completed the fragment in the form of a stanzaic song by adding a short interlude/postlude and inserting stanzas 5 and 6.
Text Authorship:
- by Friedrich Wilhelm Gotter (1746 - 1797), "Pflicht und Liebe", written 1774 [author's text checked 1 time against a primary source]
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