by Johann Georg Jacobi (1740 - 1814)
Sagt, wo sind die Veilchen hin?
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Language: German (Deutsch)
Our translations: ENG
Sagt, wo sind die Veilchen hin?
Die so freudig glänzten,
Und der Blumen-Königinn sic
Ihren Weg bekränzten?
"Jüngling, ach! Der Lenz entflieht:
"Diese Veilchen sind verblüht!"
Sagt, wo sind die Rosen hin?
Die wir singend pflückten,
Als sich Hirt' und Schäferinn
Hut und Busen schmückten?
"Mädchen, ach! Der Sommer flieht:
"Jene Rosen sind verblüht!"
Führe denn zum Bächlein mich,
Das die Veilchen tränkte;
Das mit leisem Murmeln sich,
In die Thäler senkte.
"Luft und Sonne glühten sehr:
"Jenes Bächlein ist nicht mehr!"
Bringe denn zur Laube mich,
Wo die Rosen standen,
Wo in treuer Liebe sich
Hirt' und Mädchen fanden.
"Wind und Hagel stürmten sehr:
"Jene Laube grünt nicht mehr."
Sagt, wo ist das Mädchen hin,
Das, weil ich's erblickte,
Sich mit demuthvollem Sinn
Zu den Veilchen bückte?
"Jüngling! alle Schönheit flieht:
"Auch das Mädchen ist verblüht."
Sagt, wo ist der Sänger hin,
Der auf bunten Wiesen
Veilchen, Ros' und Schäferinn;
Laub und Bach gepriesen?
"Mädchen, unser Leben flieht:
"Auch der Sänger ist verblüht."
J. Lang sets stanzas 1-3
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View text with all available footnotesConfirmed with J.G. Jacobi's sämmtliche Werke, Volume 3, third edition, Zürich: Orell, Füßli und Compagnie, 1819, pages 51-53.
Text Authorship:
- by Johann Georg Jacobi (1740 - 1814), "Nach einem alten Lied" [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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