by Otto Richard Schmidt-Cabanis (1838 - 1903)
Du Wildfang mit dem Schelmenaug'
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
"Du Wildfang mit dem Schelmenaug', Laß nur das Laufen sein; Und liefst Du bis an's End' der Welt, Ich holte doch Dich ein!" "Und hab' ich Dich, so schling' ich fest Den Arm um Deinen Leib Und küsse Deinen rothen Mund Und nehme Dich zum Weib!" -- " 'Ei, Jäger,' " ruft die blonde Maid, " 'Das thust Du nicht, ich wett'! Zu Nürnberg hängt man keinen nicht, Ehvor man ihn denn hätt'!' " D'rauf eilt sie tiefer in den Wald Und wendet oft den Blick: Ach, Jäger, liebster Jäger mein, Wie weit bleibst du zurück! Doch plötzlich, -- welch' ein Mißgeschick! Welch' schlimmes Ohngefähr! -- Fließt da, wohl tief und breit genug, Ein Bächlein in die Quer'! Die Maid erschrickt, wird blaß und roth, Und trippelt her und hin, Das Auge schaut nach Rettung um -- Der Schalk, der Schalk bleibt d'rin. Der Jäger aber eilt herzu; Er schlingt um sie den Arm, Er küßt sie auf den rothen Mund So herzig und so warm, Und als der nächtes Kirchtag kam, Da hat er sie gefreit. -- Flöß nur das Bächlein nicht querein, Die liefen wohl noch heut'!
About the headline (FAQ)
View text with all available footnotesConfirmed with Die deutsche Kunst in Bild und Lied, original-Beitrage, siebzehnter Jahrgang, ed. by Albert Traeger, Leipzig: Julius Klinkhardt, 1875, page 77.
Text Authorship:
- by Otto Richard Schmidt-Cabanis (1838 - 1903), "Schreckliches Mißgeschick" [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Researcher for this page: Melanie Trumbull
This text was added to the website: 2019-08-25
Line count: 32
Word count: 185