by Franz Ferdinand, Freiherr von Dingelstedt (1814 - 1881)
Ich bin dir nah, du ahnst es nimmer
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Language: German (Deutsch)
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Ich bin dir nah, du ahnst es nimmer, Am Gitter unten halt' ich Wacht, Aus deinem Fenster winkt ein Schimmer Verheißungsreich in meine Nacht; Und dann und wann auf günst'gen Schwingen Der Abendluft mir zugeweht, Hör' ich wie ein entferntes Klingen Harmonisch durch die Stille geht. Sind's deine Finger, die die Saiten Berühren in geschicktem Spiel, Die träumend durch die Tasten gleiten, Gar holde Wandrer ohne Ziel? O wie beneid' ich deine Seele, Daß sie in Tönen reist und ruht Und in den Klang aus kund'ger Kehle Ausströmt, was wohl und wehe thut. Es heißt, ein eigner Himmelsfrieden Wohnt in Musik, in Sang und Klang, Und Herzen, die die Welt geschieden, Und Herzen, die der Gram verschlang, Sie finden sich und andre wieder, Wenn sie des Tones Welle wiegt, Wenn sich die Weise sanfter Lieder An ihre Wunde tröstlich schmiegt. Weh, daß ich nur in todten Zeichen, Und die ich einsam niederschrieb, In Tönen nicht, die Deinen gleichen, Dir sagen kann: Ich hab' dich lieb! Nun mag in jene fernen Stimmen, Die du erweckt hast am Klavier, Mein Lied als Echo fern verschwimmen Als Mahnung und als Gruß von mir.
M. de Rothschild sets stanzas 2-3
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- by Franz Ferdinand, Freiherr von Dingelstedt (1814 - 1881), "Text und Musik", appears in Hauslieder, in Meiner Frau - Jenny Lutzer --, no. 2 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2012-11-17
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