by Robert Eduard Prutz (1816 - 1872)
Language: German (Deutsch)
'S war eine milde Maiennacht, Ich lag im Fenster spät, Hab' still geweint und nachgedacht, Wie's oft so seltsam geht. Jüngst stand auch er am Fenster hier, Dort wo die Rosen blühn, Und sah mich an und sprach mit mir, Ach, und ich liebte ihn! Da ward die holde Dämmerzeit, Da manche Mitternacht Mit ihm in süßer Einsamkeit Geplaudert und gelacht. Er kaufte mir manch buntes Band Zu sonntäglicher Zier, Und schlang es mit verwegner Hand Um Hals und Nacken mir. Auch manche Rose schenkt' ich ihm In süßverliebtem Scherz, Und er, in warmem Ungestüm, Drückt' fester mich ans Herz. Ach, jene Rosen sind verblüht, Verblichen ist das Band, Mein Seufzen nur, mein Sehnen zieht Ihm nach in's ferne Land!
Composition:
- Set to music by Emil Steinkühler (1821 - 1872), "Am Fenster", op. 11 no. 4 (<<1852) [ voice and piano ], Mainz: Schott
Text Authorship:
- by Robert Eduard Prutz (1816 - 1872), no title, appears in Gedichte von R. E. Prutz, in Am Fenster, no. 1
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