by Wilhelm Jordan (1819 - 1904)
Der Schlaf unter der Eiche See original
Language: German (Deutsch)
Our translations: ENG
O rausche nur sanft und leise Du schattiger Eichenbaum, Daß du die arme Waise Nicht weckest aus ihrem Traum! Ihre Ältern sind schlafen gegangen Ins letzte Kämmerlein; Mit stummer Liebe Verlangen Ist sie auf Erden allein. Empor aus dem Todtenreiche Ihr alter Vater wallt; Der Traum verwandelt die Eiche In seine liebe Gestalt. Mit seinen Armen vertauschen Die Äste sich, streicheln das Kind; Als Wörtlein der Liebe rauschen Die grünen Blätter im Wind. Noch schlafend giebt sie ihm Antwort: "Ach, mache den Heinrich mir gut, Sonst nimm mich in's Todtenland fort, Weil so weh mein Herze mir thut!" Was knistert da? geht doch leiser, Sonst wird ihr Schlummer gestört. Heinrich schleicht über die Reiser; Der hat wol Alles gehört? Er beugt sich behutsam nieder Auf seinen köstlichen Fund Und drückt auf die Augenlieder sic Ihr sanft den glühenden Mund. "Ach! Heinrich!" -- Rausche nur, Eiche! Sie schweigen stille vor Lust: Sind offen die Himmelreiche, Dann schweigt ja das Herz in der Brust.
Composition:
- Set to music by Walther von Goethe (1818 - 1885), "Der Schlaf unter der Eiche", op. 21 (Vier Gesänge) no. 2, published 1847 [ voice and piano ], Wien: Pietro Mechetti qm Carlo
Text Authorship:
- by Wilhelm Jordan (1819 - 1904), "Der Schlaf unter der Eiche"
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Asleep under the oak tree", copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2025-12-02
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