by Rudolph Baumbach (1840 - 1905)
Die versunkene Stadt See original
Language: German (Deutsch)
Fernher tönte Cicadensang, Winde und Wellen ruhten, Selten ein silbern Fischlein sprang Über die schweigenden Fluthen. Glimmende Funken der Sonnenball Über das Meer verstreute. -- Horch, da drang aus der Tiefe ein Schall Leise wie Glockengeläute: Kling, klang, kling, klang, Versunken, versunken, wie lang, wie lang! Liegt eine Stadt Jahrhunderte lang Bergetief unter den Wogen. Muscheln, Korallen und schlüpfriger Tang Haben die Mauern umzogen. Zinnen und Thürme streben empor Hoch auf dem sandigen Grunde. Selten gibt leiser Glockenchor Von der Verschollenen Kunde. Kling, klang, kling, klang, Versunken, versunken, wie lang, wie lang! Ruhend unter dem Segeldach Lauscht' ich dem Ton aus den Tiefen. Alte Märchen rief er mir wach, Die in der Seele schliefen. Was mir gesungen der Ahnen Mund Abends bei Spindel und Rocken, Klang mir jetzt aus des Herzens Grund Leis wie versunkene Glocken. Kling, klang, kling, klang, Verklungen, verklungen, wie lang, wie lang!
Composition:
- Set to music by Ferdinand Kamm (1845 - 1897), "Die versunkene Stadt", op. 45 (Liedersaal für Frauenchor. 90 drei- und vierstimmige Lieder für Schule, Haus und Verein) no. 62, published 1896 [ ssaa chorus ], Zürich & Leipzig: Hug
Text Authorship:
- by Rudolph Baumbach (1840 - 1905), "Die versunkene Stadt ", appears in Von der Landstrasse. Lieder., Leipzig: A. G. Liebeskind, first published 1882
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