Frühlingsahnen
Language: German (Deutsch) 
Was giebt's, daß vom Horste 
An der zackigen Kluft 
Der Adler schon steigt 
Und hängt überm Forste 
In der stillen Luft,
Wenn alles noch schweigt?

Ich hörte in Träumen 
Ein Rauschen gehn,
Sah die Gipfel sich säumen
von allen Höhn, --
Ist's ein Brand, ist's die Sonne? 
Ich weiß es nicht,
Aber ein Schauer voll Wonne 
Durch die Wälder bricht.

Die gebunden da lauern,
Sprengt' Riegel und Gruft,
Du ahnend' Schauern
Der Felsenkluft 
Unsichtbar ringen in der stillen Luft, 
Du träumend Singen 
Im Morgenduft! 
Brecht auf, schon ruft
Der webende, blaue 
Frühling durchs Thal. 

Confirmed with Gedichte aus dem Nachlasse des Freiherrn Joseph von Eichendorff, herausgegeben von Heinrich Meisner, Leipzig, C. F. Amelangs Verlag, 1888, pages 15-16.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by (Friedrich) Oskar Wermann (1840 - 1906), "Frühlingsahnen", op. 65 (Sechs Lieder für Sopran (oder Tenor) mit Pianofortebegleitung) no. 1, published 1891 [soprano or tenor and piano], Leipzig-Reudnitz, Protze [
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    ]
  • by Eduard Zillmann (1834 - 1909), "Frühlingsahnen", op. 61 (Drei Lieder für 1 Singstimme mit Pianofortebegleitung) no. 1, published 1893 [voice and piano], Dresden, Wolff [
     text not verified 
    ]

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2014-05-22
Line count: 24
Word count: 93