Doch manchmal in Sommertagen
Language: German (Deutsch) 
Doch manchmal in Sommertagen 
Durch die schwüle Einsamkeit 
Hört man Mittags die Thurmuhr schlagen 
Wie aus einer fremden Zeit. 

Und ein Schiffer zu dieser Stunde 
Sah eine schöne Frau 
Vom Erker schaun zum Grunde  --  
Er ruderte schneller vor Graun.  

Sie schüttelt' die dunkeln Locken 
Aus ihrem Angesicht: 
"Was ruderst du so erschrocken, 
Behüt' dich Gott,  dich mein' ich nicht." 

Sie zog ein Ringlein vom Finger, 
Warf's tief in die Saale hinein: 
"Und der mir es wiederbringet, 
Der soll mein Liebster sein!"

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Confirmed with Josef Freiherrn von Eichendorff's Werke, vierter Theil, Berlin: M. Simion, Athenäum in Berlin, 1841. Appears in Kleinere Novellen, in Die Glücksritter, in chapter 4: Das verzauberte Schloss, page 377.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

Text added to the website: 2019-11-01 00:00:00
Last modified: 2019-11-02 21:16:35
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