by Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898)

Göttermahl
Language: German (Deutsch) 
Wo die Tannen finstre Schatten werfen
über Hänge goldbesonnt,
unverwundet von der Firne Schärfen
blaut der reine Horizont,

wo das Spiel den rastlos wehnden Winden
kein Gebälk und keine Mauer wehrt,
wo, wie einer dunklen Sorge Schwinden,
jede Wolke sich verzehrt,

wo das braune Rind, wie Juno schauend,
weidet und mit heller Glocke tönt,
wo das Zicklein, lüstern wiederkäuend,
den bemoosten Felsen krönt,

schlürf ich kühle Luft und wilde Würzen,
mit den selgen Göttern kost ich da
- die mich nicht aus ihrem Himmel stürzen -
Nektar und Ambrosia!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Caroline Diehl

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 16
Word count: 89