by William Shakespeare (1564 - 1616)
Translation by Anonymous / Unidentified Author

Der Tod der Kleopatra
Language: German (Deutsch)  after the English 
Gebt mir mein Kleid, setzt mir die Krone auf!
Unsterblich Sehnen, wie fühl ich´s in mir.
Nun, nie mehr netzt Traubensaft Ägyptens
Die Lippen mir, nie, nie mehr!
Flink, eilet! Mich dünkt, ich höre Antonius,
Seh ihn sich erheben, mein edles Tun hoch zu preisen.
Ich träumt´, es war ein Herrscher Marc Anton.
O, nochmals solchen Schlaf,
Damit ich sehe nochmals solchen Mann.
Sein Antlitz war der Himmel,
Drin standen Mond und Sterne,
Hielten Bahn und leuchteten
Dem kleinen O, der Erde.
Sein Bein schritt über das Weltmeer,
Sein Arm ragte, Helmschmuck des Alls.
Sein Verschenken,
Da war kein Winter drin,
Herbst war es, der durch´s Ernten zunahm.
Sein Entzücken, wie war´s delphinhaft,
Zeigte seinen Rücken über der Flut,
Worinnen es lebte.
Gab, oder kann es geben solchen Mann,
Wie ich geträumt?
Gemahl, ich komme, ich komme, Gemahl, zu dir.
Ja, auf diesen Namen zeig´ nun mein Mut, mein Recht,
Feuer und Luft bin ich,
die anderen Stoffe gab ich dem niedern Leben.
(Sie nimmt die Schlange)
Komm, tödlich Ding, mit deinem scharfen Zahn
auf einmal löse des Lebens wirren Knoten,
sei böse, mach´ ein End!
Seht ihr den Säugling nicht an meiner Brust,
er saugt im Schlaf, in tiefen, tiefen Schlaf die Amme.
So süß wie Balsam, sanft, wie Luft so lind.
O, mein Antonius, komm, spende jenen Kuss,
der mir der Himmel ist, jenen Kuss!

Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

Text added to the website: 2016-11-19 00:00:00
Last modified: 2016-11-19 09:51:41
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