by Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)
Translation © by Anita Barrows and by Joanna Macy

Dich wundert nicht des Sturmes Wucht, –
Language: German (Deutsch) 
Dich wundert nicht des Sturmes Wucht, – 
du hast ihn wachsen sehn; – 
die Bäume flüchten. Ihre Flucht 
schafft reitende Alleen. 
Da weißt du, der, vor dem sie fliehn, 
ist der, zu dem du gehst, 
und deine Sinne singen ihn, 
wenn du am Fenster stehst.

Des Sommers Wochen standen still, 
es stieg der Bäume Blut; 
jetzt fühlst du, daß es fallen will 
in den, der alles tut. 
Du glaubtest schon erkannt die Kraft, 
als du die Frucht erfaßt, 
jetzt wird sie wieder rätselhaft, 
und du bist wieder Gast.

Der Sommer war so wie dein Haus, 
drin weißt du alles stehn – 
jetzt mußt du in dein Herz hinaus 
wie in die Ebene gehn. 
Die große Einsamkeit beginnt, 
die Tage werden taub, 
aus deinen Sinnen nimmt der Wind 
die Welt wie welkes Laub.

Durch ihre leeren Zweige sieht 
der Himmel, den du hast; 
sei Erde jetzt und Abendlied 
und Land, darauf er paßt. 
Demütig sei jetzt wie ein Ding, 
zu Wirklichkeit gereift, –
daß Der, von dem die Kunde ging, 
dich fühlt, wenn er dich greift.

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Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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This text was added to the website: 2017-11-13
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You are not surprised at the force of the storm
Language: English  after the German (Deutsch) 
You are not surprised at the force of the storm —
 [ ... ]

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