by (Karl) Wilhelm Osterwald (1820 - 1887)

Gewitternacht
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Grolle lauter, zürnend Gewitter, 
   Sturmwind, rase, du wilder Geselle, 
Öffne dem Blitz das Wolkengitter, 
   Daß er die schwarze Nacht mir erhelle.  
Tröstlich ist mir, o Himmel, dein Hadern:
Zweifel im Herzen, Zorn in den Adern, 
   Bin ich von meinem Mädchen geschieden, 
            Ohne Kuß und Wort,
            So ging ich fort 
   In die grollende Nacht und suche Frieden.  

Weh! Auf ewig ist mir verloren 
   Jenes selige Glück des Bundes, 
Das ihr Auge mir zugeschworen 
   Und der glühende Hauch des Mundes. 
Träume der Jugend, [wie seid ihr verflogen]1,
Falsch wie die Schwüre habt ihr gelogen! 
   Schneidend fühl' ich durchs Herz mir beben 
            Das Blitzeslicht:
            "Sie liebt mich nicht!"
   Mein Herz ist gebrochen, was soll ich leben? 

Grolle lauter, Gewitterstimme, 
   Flammender Himmel, wild und vermessen
Laß mich eifern mit deinem Grimme, 
   Laß die Kalte mich ewig vergessen!  
Aber du schweigst Im säuselnden Regen 
Wandelt dein Zorn sich, Himmel, in Segen, 
   Thränen der Liebe, o rieselt nieder! 
            Ach! ohne sie
            Genes' ich nie,
   Mädchen, Geliebte, liebe mich wieder. 

View original text (without footnotes)
1 Franz: "ihr seid verflogen"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (John H. Campbell) , title 1: "Stormy night", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission


Research team for this text: John H. Campbell , Harry Joelson

This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
Line count: 30
Word count: 163