by Ernst Eckstein (1845 - 1900)

Die Verlassene
Language: German (Deutsch) 
Still und verborgen 
Trage dein Weh:
Wonnen und Sorgen 
Schmelzen wie Schnee;
Kummer und Reue, 
Alles zerstiebt! 
Es vergißt selbst die Treue, 
Wie treu sie geliebt.

Die Tage schleichen
So öde dahin:
Dulden und Schweigen 
Ist all mein Sinn.
Mich rührt kein Blühen 
Auf grüner Au,
Kein Wolkenglühen,
Kein Himmelsblau.

Nehmt mein Geschmeide,
Es gleißt wie Licht;
Die Braut im Leide
Begehrt es nicht.
Die güldnen Bänder,
Des Glücks Gewinn, 
Die Prachtgewänder, -- 
Nehmt Alles hin! 

Die Träume verschweben, 
Der Sommer flieht:
Das ist vom Leben 
Das trübe Lied. 
Die Blätter sinken 
Im bleichen Wald;
Die Todten winken ...
Ich komme bald! 

Confirmed with Deutsche Dichterhalle. Unter Mitwirkung der hervorragendsten Dichter und Schriftsteller, herausgegeben von Ernst Eckstein, Jahrgang 1876, Leipzig, Verlag von Johann Friedrich Hartknoch, page 92.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

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