Gehab' dich wohl, du kleine Welle
Language: German (Deutsch) 
Gehab' dich wohl, du kleine Welle, 
Von der ich zögernd scheiden soll. 
Du meiner Träume liebste Stelle, 
Vielleicht auf ewig lebe wohl!  

Du raunst mir zu, daheimzubleiben, 
Du blickst mich, wie verheißend, an 
Und mußt doch selbst vorübertreiben, 
Gejagt wie ich, die enge Bahn.    

So laß mich auch die meine ziehen 
Weit über Berg und über Thal; 
Doch sie, von der ich stumm muß fliehen,  
Sie grüße mir viel tausend Mal!  

Und kommt sie morgen hergegangen, 
Allein, an deiner Wellen Rand; 
Den Blick mit sehnlichem Verlangen 
Hinab in deine Fluth gebannt; 

Dann zaub're du aus hellem Grunde 
Des fernen Freundes Bild empor, 
Dann rausche ihr mit süßem Munde 
Der Liebe besten Gruß in's Ohr.  

Ja, laß es sie da drunten lesen, 
Was ich im Scherzen dir vermacht:  
Daß ich zum Letzten hier gewesen 
Und ihrer bis zuletzt gedacht!

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Confirmed with Immergrün: Taschenbuch, sechster Jahrgang, no editor named, Wien: Carl Haas'schen Buchhandlung, 1842, page 323. Appears in Aus bessere Zeit!, no. 8.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-08-05
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