Translation by Aloys Wilhelm Schreiber (1761 - 1841)

Gruß an die Heimath
Language: German (Deutsch)  after the French (Français) 
Laut' grüß' ich, holdes Dörfchen, dich, 
Wo ich einst aufgewacht ins Leben, 
Wo noch im Hain, am Bach um mich, 
Die Bilder meiner Kindheit schweben. 

Als ich aus diesem Paradies
Vertrieben wurde vom Geschicke, 
Nahm ich die Liebe mit, und ließ 
Die Freundin Hoffnung hier zurücke. 

Zwar Blumen fand ich auswärts auch, 
Und Bäume, die von Obst sich bogen, 
Doch süßer schmeckt die Beer' am Strauch, 
Den wir uns selber groß gezogen. 

Ach, nichts geht übers Vaterland! 
Da lacht der Himmel noch so heiter, 
Da ist uns jeder Baum verwandt, 
Und frischer duften Gras und Kräuter. 

O Glück!  zu altern unter'm Dach, 
Wo man der Kindheit Freuden schmeckte; 
Gern würd' ich da zur Arbeit wach, 
Wenn Liebchen mich vom Schlummer weckte! 

Confirmed with Leipziger Monatsschrift für Damen, zweites Bändchen, W. G. Becker, Leipzig: Voß und Compagnie, 1794, pages 154 - 155.


Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-07-22
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