by Johann Gabriel Seidl (1804 - 1875)

Allein
Language: German (Deutsch) 
Wenn alles ruhig ward bei Nacht,
kein Laut umher sich rührt,
und nur der Mond als stille Wacht
den Chor der Sterne führt,
wenn Alles rings so grabesstumm
im Sarg des Schlafes ruht,
da blick' ich wie erlöst herum
und denke: Nun ist's gut!

Nun bin ich mein, bin mein, bin mein,
die Welt gehöret mir,
ich bin ja einmal doch allein
mit mir, und, Gott, mit dir.
Die ihr mich quält so unbewusst,
ihr schlaft und lasst mir Ruh';
Herr bin ich meiner wunden Brust,
o blute, blute zu!

Kein unberuf'ner Arzt will dann
zur Qual mein Retter sein;
da kann ich weinen, beten,
nachhängen süßer Pein.
O die ihr Schlaf bedürft, o tauscht,
nehmt allen hin den mein',
mein Glück ist Wachen unbelauscht
allein, allein, allein!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-10-26
Line count: 24
Word count: 128