Die Ungläubige
Language: German (Deutsch) 
Mutter sprach: „Lässt du dich küssen,
wird sogleich schwarz dein Gesicht!”
[Gar zu gerne wollt' ich's]1 wissen,
[sollt' ich's glauben]2 oder nicht?

Gestern [Abend]3 - ach, wer dachte,
dass der Fritz so böse ist -
als ich mit ihm [scherzt' und lachte]4,
hat er plötzlich mich geküsst.

Mir verging vor Schreck [die Sprache]5,
weinend, mein Gesicht zu seh'n,
lief ich [eilig]6 nach dem Bache,
doch es war noch weiß und schön!

[Manchen Kuss noch ließ ich rauben,
weiß blieb immer mein Gesicht;
drum muss man nicht alles glauben,
wenn es auch die Mutter spricht.]7

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1 Pentenrieder: "Gar gern möcht' ich nur"
2 Pentenrieder: "ob es wahr ist"
3 Pentenrieder: "Abends"
4 Pentenrieder: "scherzte, lachte"
5 Pentenrieder: "der Atem"
6 Pentenrieder: "eiligst"
7 Pentenrieder:
Drum muss man nicht alles glauben
wenn es auch die Mutter spricht.
Manchen Kuss noch ließ ich rauben,
weiß blieb immer mein Gesicht.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-11-19
Line count: 16
Word count: 94