by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866)
Von der Rebe
Language: German (Deutsch)
Mond erzählt zur Nacht den Reben manch ein Märlein selt'ner Art, dass sie sanft erschauerd beben, Kindern gleich, noch jung und zart. West erzählt den luft'gen Ranken viel von seiner Wanderschaft, dass sie reiselustig schwanken, zürnend fast auf ihre Haft. Tau. die stille Himmelsträne, schwärmt von Wolken goldbesäumt, die da zieh'n als luft'ge Schwäne, bis die Rebe selig träumt. Sonne aber, heiß von Liebe, küsst die Rebe stillentzückt, bis entflammt zu gleichem Triebe sie zu ihr in Tränen blickt. Wundert euch darum nicht länger, dass im Wein so selt'ne Kraft, die auch selbst dem ärmsten Sänger sein versäumtes Eden schafft.
Confirmed with Blätter und Trauben von Johann N. Vogl, Wien, 1843.
Text Authorship:
- by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866), "Von der Rebe", appears in Blätter und Trauben: Lieder für heitere Kreise [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Wilhelm Speyer (1790 - 1878), "Von der Rebe", op. 59, Heft 2 no. 2, from Sechs Gesellschaftslieder aus den Blättern und Trauben v. J. N. Vogl, zweites Heft, no. 2 [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
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