by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866)
Die Nase im Wein
Language: German (Deutsch)
Spiegelt oft sich meine Nase in dem Becher, in dem Glase, scheint sie mir entsetzlich lang, dass mir fast darüber bang. Was sind das für tolle Faxen, ist sie kürzer doch gewachsen, just, dass man sie tragen kann, seh' ich sie im Spiegel an. Aber nur zwei gute Züge, und ich weiß den Grund der Lüge, denn im Wein nur hat der Witz seinen ränkevollen Sitz. Spricht zu mir dann solchermaßen: Wie nur magst du dich befassen mit noch Ander'm als allein mit dem Becher, mit dem Wein? Lang' genug, du alter Hase, führten doch an deiner Nase Frauenliebe, Glück und Ruhm und noch And're dich herum! Ward sie nicht so lang gezogen, dank's dem Glück, das dir gewogen. Ging's nach Rechtens, müsst' sie sein, sie du sie erblickst im Wein.
Confirmed with Blätter und Trauben von Johann N. Vogl, Wien, 2. Aufl., 1844.
Text Authorship:
- by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866), "Die Nase im Wein", appears in Blätter und Trauben: Lieder für heitere Kreise [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Wilhelm Speyer (1790 - 1878), "Die Nase im Wein", op. 59, Heft 3 no. 4, from Sechs Gesellschaftslieder aus den Blätter und Trauben von J. N. Vogl, drittes Heft, no. 4 [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2026-06-17
Line count: 24
Word count: 131