by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866)

Das Erkennen
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ITA
Ein Wanderbursch, mit dem Stab in der Hand,
Kommt wieder heim aus dem fremden Land.
Sein Haar ist bestäubt, sein Antlitz verbrannt,
Von wem wird der Bursch' wohl zuerst erkannt?

So tritt er ins Städtchen durchs alte Tor,
Am Schlagbaum lehnt just der Zöllner davor.
Der Zöllner, der war ihm ein lieber Freund,
Oft hatte der Becher die Beiden vereint.

Doch sieh -- Freund Zollmann erkennt ihn nicht,
Zu sehr hat die Sonn' ihm verbrannt das Gesicht;
Und weiter wandert nach kurzem Gruß 
Der Bursche, und schüttelt den Staub vom Fuß.

Da schaut aus dem Fenster sein [Schätzel]1 fromm,
"Du blühende Jungfrau, viel schönen Willkomm!"
Doch sieh' -- auch das Mägdlein erkennt ihn nicht,
[Die Sonn' hat zu sehr]2 ihm verbrannt das Gesicht.

Und weiter geht er die Straße entlang,
Ein Tränlein hängt ihm an der braunen Wang'.
Da wankt von dem Kirchsteig sein Mütterchen her,
"Gott grüß euch!" so spricht er, und sonst nicht mehr.

Doch sieh'! das Mütterchen [schluchzet]3 voll Lust:
["Mein Sohn!" und sinkt]4 an des Burschen Brust.
Wie sehr auch die Sonne sein Antlitz verbrannt,
Das Mutteraug' hat ihn gleich erkannt.

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1 Loewe: "Schätzelein"; Randhartinger: "Liebchen"
2 Loewe: "Zu sehr hat die Sonn'"
3 Proch: "schluchzt"
4 Proch: " "Mein Sohn! Mein Sohn" sinkt"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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  • ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Il riconoscimento", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

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