by Moritz Hartmann (1821 - 1872)

Harald Harfager
Language: German (Deutsch) 
Was ich möchte?  --   was ich will? 
Fragst du, liebe Seele! 
Horche still, 
Daß ich dir erzähle. 

Held Harald 
Mit den langen Haaren, 
Mit Sturmesgewalt 
Ist er dahingefahren. 

Dahingefahren 
Durch hundert Meere 
Und tausend Gefahren 
Und wilde Heere.  

Er hat gekriegt 
In allen Zonen; 
Geliebt und gesiegt, 
Wo Menschen wohnen. 

Er herrscht' auf dem Schiffe, 
Das war wie lebend, 
Aus Strudel und Riffe 
Glänzende Segel erhebend. 

Und mußt' es zerschellen
An felsiger Fährte, 
Er schwamm durch die Wellen 
Mit Schild und Schwerte. 

Ein Schiff war verscherzt, 
Ein Reich errungen, 
Ein Liebchen geherzt, 
Ein Siegslied gesungen.  

So war's im Norden, 
So war's im Süden, 
An allen Borden, 
Er konnte nimmer ermüden. 

So war's im Osten, 
So war's im Westen: 
Er mußte kosten 
Vom Schönsten und Besten. 

Er kam in wilde 
Und eisige Lande, 
Er kam an milde 
Und blühende Strande.  

Nicht fällten ihn Wunden 
Und Last der Tage  --  
Er ist verschwunden 
In Lied und Sage. 

Wer leben könnte wie Held Harald! 
Er lebte schön in Kraft und Gewalt 
Und fand statt Tod und Vernichtung 
Das Leben im Lande der Dichtung. 

Confirmed with Moritz Hartmann, Gesammelte Werke, erster Band, ed. by Ludwig Bamberger and Wilhelm Vollmer, Stuttgart: J. G. Cotta'sche Buchhandlung, 1874, pages 272 - 274. Appears in Zeitlosen, in Leben und Weben.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull

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