by (Gustav) Hermann Kletke (1813 - 1886)

Dich halt ich nicht
Language: German (Deutsch) 
Über die Wiese kommst du gesprungen,
Freude, leichtes, flatterndes Kind!
Alle Blumen sind leis' erklungen,
die du berührt, o Sausewind!
Und an den zitternden Grasesspitzen
demantfunkelnde Äugelein blitzen.
Halt, an dem Flügel ergreif' ich dich,
blicke nur an recht fröhlich mich!
Nein, nein, ich fühl' es, dich halt' ich nicht!

Du bist wie ein Traum aus Duft und Licht,
dich hat der gold'ne Morgen geboren,
dich drückt zu schwer des Tages Gewicht;
wie rasch gekommen, so rasch verloren!
Schon an dem Walde hin seh' ich dich fliegen,
willst du auf säuselndem Blatte dich wiegen?
Nein, mit glänzendem Flügelschlagen
willst du dich hoch und höher tragen.
O wie schwebst du mit leichten Füßen,
dort eine schimmernde Wolke zu grüßen!
Nein, nein, ich fühl' es, dich halt' ich nicht!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-06-09
Line count: 20
Word count: 127