by Heinrich Zeise (1822 - 1914)

Wie still die Luft; kein Blatt bewegt...
Language: German (Deutsch) 
Wie still die Luft; kein Blatt bewegt sich
Rings in den Buchen, dichtbelaubt;
Der Sonne letzter Strahl, er legt sich
Den stolzen Bäumen auf das Haupt.
Und wie in Schlummer hingesunken,
Liegt rings die schöne, weite Welt,  
Noch von dem Glanz der Sonne trunken,
Der farbenprächtig sie erhellt. 

Es wirft der Abend seine Schatten
Und seine tiefen Schweigens Spur
Rings auf der Wiesen grüne Matten,
Auf Thal und Hügel, Feld und Flur. 
Und aus dem Walde kommt geschritten
Der stolze Hirsch, das scheue Reh;
Sie nahen sich mit flücht'gen Tritten
Dem stillen, schilfumkränzten See. 

Es tritt der Mond am Waldessaume
In stiller Majestät hervor,
Die Birken flüstern wie im Traume,
Und leise regt sich Schilf und Rohr.
Dazwischen schallt in banger Klage
Mit lautem Ton des Uhus Schrei,
Er fliegt mit leisem Flügelschlage
Am Saum des Waldes dir vorbei. 

Die Sterne ziehn im ew'gen Wandern,  
Um zu vollbringen ihren Lauf,
Hell leuchtend, einer nach dem andern,
Am ew'gen Himmelsdom herauf.
Und ringsum liegt ein heil'ger Frieden
Auf Wald und Flügel, Flur und Thal;
O, würde deiner Brust hinieden
Solch heil'ge Ruhe auch einmal!  

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Confirmed with Neuer deutscher Parnaß, ed. by Max Moltke, Leipzig: Carl Rühle, 1882, pages 339 - 340.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

Text added to the website: 2019-03-01 00:00:00
Last modified: 2019-03-01 19:44:41
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