by Johannes Robert Becher (1891 - 1958)

Als ein Dunkel wieder lag auf Erden
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Als ein Dunkel wieder lag auf Erden
Und es schien wie unabänderlich,
Daß es müsse immer dunkler werden,
Sprach ein Mann: "Die Welt verändert sich!

Seid getrost, es muß das Dunkel weichen
Und ein Licht scheint wieder dir und mir,
Wenn einander wir die Hände reichen,
Denn die Welt, die Welt verändern WIR!"

War es nicht ein Wunschbild [und ein]1 oder Träumen
Und ein schöner Glaube unglaubhaft --
Um den Schutt der Zeit hinweg zu räumen, 
Dazu braucht es eines Riesen Kraft.

"Wer ist dieser Riese?" -- war ein Fragen.
Sprach der Mann: "Wir alle, du und ich,
Wenn wir träumen und zu sagen wagen
Diesen Satz: Die Welt verändert sich!"

In dem Dunkel war ein Weg zu sehen,
Schien er vielen auch noch ungangbar.
Durch das Dunkel war ein Weg zu gehen,
Dem ein Traum vorausgegangen war.

Wo die Toten unter Trümmern liegen,
Noch in Ängsten vor der Dunkelheit,
Stehen sie, dem Trümmerberg entstiegen:
Andre Menschen einer andern Zeit.

Auferstanden aus dem Trümmerschweigen,
Gab das Volk dem Leben einen Sinn.
Als die Werke wurden Volkes eigen,
War dies einer neuen Zeit Beginn.

Darum singt ein Lied vom Anderswerden, 
Macht Euch frei und werdet brüderlich!
Seht, es wird schon wieder licht auf Erden,
Und die Welt, die Welt verändert sich.

H. Eisler sets stanzas 1-4, 8

About the headline (FAQ)

View original text (without footnotes)

Confirmed with Johannes R. Becher, Gesammelte Werke, herausgegeben vom Johannes-R.-Becher-Archiv der Akademie der Künste der Deutschen Demokratischen Republik, Band 6 Gedichte 1949-1958, Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag, 1972, pages 50-51.

1 Eisler: "oder"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "We change the world", copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2020-09-04
Line count: 32
Word count: 208