Der Wind vom Abendhimmel weht
Language: German (Deutsch) 
Der Wind vom Abendhimmel weht 
Kühl mit des Stromes Lauf, 
Und wie die Sonne untergeht, 
Geht meine Seele auf. 
Hier ließ ich alle Traurigkeit 
Fortschwimmen mit dem Rhein, 
Und denk' ich an die schöne Zeit, 
Denk' ich auch, Toni, Dein! 

Im Rheingau steht ein gastlich Haus 
Mit lieben Menschen drin;
Froh zog ich ein, trüb zieh' ich aus, 
Die Zeit floh rasch dahin.
Ich fand Dich immer froh bereit
Mir hold Geleit zu sein,
Und denk' ich an die schöne Zeit
Denk' ich auch, Toni, Dein!

Wir grüßten mit Gesang vom Kahn 
Den sonnigen Rebenstrand,
Und oben von den Bergen sah'n
Im Wasser wir das Land.
Bergauf und ab wir zogen weit
Hoch über Stock und Stein,
Und denk' ich an die schöne Zeit,
Denk' ich auch, Toni, Dein! 

Der Himmel schien in manches Glas,
Das Dir zu Ehren klang,
Selbst vom Johannisberger Faß 
Für uns die Quelle sprang.
Nun ist vorbei die Herrlichkeit
Für mich am goldnen Rhein, 
Doch denk' ich an die schöne Zeit, 
Denk' ich auch, Toni, Dein! 

About the headline (FAQ)

Confirmed with Einkehr und Umschau. Neueste Dichtungen von Friedrich Bodenstedt, Fünfte, unveränderte Auflage, Jena, Hermann Costenoble, 1880, pages 21-22.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2016-08-02
Line count: 32
Word count: 171