by Hermann Hesse (1877 - 1962)

Inspiration
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG FRE
Nacht. Finsternis. In müder Hand
Laß ich von Tages lautem Tun
Abwärts zur [ewigen]1 Nacht gewandt
Die Stirne ruhn.
Wie still! Wie ohne Laut die Weite!
Kaum rauscht im Weg ein welkes Blatt,
Der Wolken dunkle Reise hat
Nicht Mond, nicht Sterne zum Geleite.
Langsam entgleitet meiner Brust
Der arge Stachel, unbewußt
Streift alles, was sie tags umgab,
Die Seele ab.
Was Tröstliches und Liebes ihr bekannt,
Tritt aus des Traumes Wunderheimatland
Vertraut hervor und neigt sich über sie.
O Seelentrösterin, sei mir willkommen,
Du Ahnungsvolle, deren Melodie
So oft den Alp von meiner Brust genommen!
Auf deine Stimme laß mich wieder,
Traumtiefer Born geschmückter Lieder,
Auf deiner Silbersaiten Rauschen
Entrückt und traumverloren lauschen!

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Confirmed with Hermann Hesse, Sämtliche Werke, herausgegeben von Volker Michels, Band 10 Die Gedichte, bearbeitet von Peter Huber, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2002, pages 195-196.

1 Wetzel: "ew'gen"

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Inspiration", copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Inspiration", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2014-09-04
Line count: 22
Word count: 114