by Johann Ludwig Uhland (1787 - 1862)
Translation © by Salvador Pila

Rudello
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): CAT ENG
In den Talen der Provence
Ist der Minnesang entsprossen,
Kind des Frühlings und der Minne,
Holder, inniger Genossen.

Blütenglanz und süße Stimme
Konnt' an ihm den Vater zeigen,
Herzensglut und tiefes Schmachten
War ihm von der Mutter eigen.

Selige [Provencer Tale]1,
Üppig blühend wart ihr immer,
Aber eure reichste Blüte
[War]2 des Minneliedes Schimmer.

Jene tapfern, schmucken Ritter,
Welch ein edler Sängerorden!
Jene hochbeglückte Damen, 
Wie sie schön gefeiert worden!

Vielgeehrt im Sängerchore
War Rudello's werter Name,
Vielgepriesen, vielbeneidet
Die von ihm besungene Dame.

Aber niemand mocht' erkunden,
Wie sie hieße, wo sie lebte,
Die so herrlich, überirdisch
In Rudello's Liedern schwebte;

Denn nur in geheimen Nächten
Nahte sie dem Sänger leise,
Selbst den Boden nie berührend,
Spurlos, schwank, in Traumesweise.

Wollt' er sie mit Armen fassen,
Schwand sie in den Wolken wieder,
Und aus Seufzen und aus Tränen
Wurden dann ihm süße Lieder.

Schiffer, Pilger, Kreuzesritter
Brachten dazumal die Mähre,
Daß von Tripolis die Gräfin
Aller Frauen Krone wäre;

Und so oft Rudello es hörte,
Fühlt' er sich's im Busen schlagen,
Und es trieb ihn nach dem Strande,
Wo die Schiffe fertig lagen.

Meer, unsichres, vielbewegtes,
Ohne Grund und ohne Schranken!
Wohl auf deiner regen Wüste
Mag die irre Sehnsucht schwanken.

Fern von Tripolis verschlagen,
Irrt die Barke mit dem Sänger;
Äußrem Sturm und innrem Drängen
Widersteht Rudell nicht länger.

Schwer erkrankt liegt er nieder,
Aber ostwärts schaut er immer,
Bis sich hebt am letzten Rand
Ein Palast im Morgenschimmer.

Und der Himmel hat Erbarmen
Mit des kranken Sängers Flehen,
In den Port von Tripolis
Fliegt das Schiff mit günst'gem Wehen.

Kaum vernimmt die schöne Gräfin,
Daß so edler Gast gekommen,
Der allein um ihretwillen
Über's weite Meer geschwommen:

Alsobald mit ihren Frauen
Steigt sie nieder, unerbeten,
Als Rudello, schwanken Ganges,
Eben das Gestad' betreten.

Schon will sie die Hand ihm reichen,
Doch ihm dünkt, der Boden schwinde;
In des Führers Arme sinkt er,
Haucht sein Leben in die Winde.

Ihren Sänger ehrt die Herrin
Durch ein prächtiges Begräbnis,
Und ein Grabmal von Porphyr
Lehrt sein trauriges Verhängnis.

Seine Lieder läßt sie schreiben
Allesamt mit goldnen Lettern;
Köstlich ausgezierte Decken
Gibt sie diesen teuren Blättern;

Lies't darin so manche Stunde,
Ach! und oft mit heißen Tränen,
Bis auch sie ergriffen ist
Von dem unnennbaren Sehnen.

Von des Hofes lust'gem Glanz,
Aus der Freunde Kreis geschieden,
Suchet sie in Klostermauern
Ihrer armen Seele Frieden.

R. Schumann sets stanzas 1-4

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Note: in Schumann's setting, this is sung by the character Jüngling

1 Schumann: "Provencetale"
2 Schumann: "Ist"

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2015-01-28
Line count: 84
Word count: 394

A les valls de la Provença
Language: Catalan (Català)  after the German (Deutsch) 
A les valls de la Provença
va néixer el cant dels trobadors,
fill de la primavera i de l’amor,
encisadors i íntims companys.

L’esplendor de les flors i la dolça veu
mostren el ell el pare,
el cor ardent i el deler
li vénen de la mare.

Benaurades valls de Provença,
sempre heu florit ufanosament,
però la vostra flor més preuada
és l’esclat del cant dels trobadors.

Aquells intrèpids, ben plantats cavallers,
quin orde de nobles cantaires!
Aquelles dames tan afortunades,
i tant esplèndidament afalagades!

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Authorship

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