Nachtruf
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Auf seiner Knochenpfeife bläst der Tod,
Ein bleicher Hirte an der Kirchhofsmauer lehnend,
Behütet er die stille Heerde, leise, sehnend
Beginnt sein einsam Lied der Tod.
Das Mondlicht fließt über den weiten Plan,
Unruhig hebt plötzlich die Weise an,
Wie klagende Thränen die Niemand stillt,
Hei! wie das jetzt wild und grausig schrillt,
Wie gepeinigtes Seufzen im Weltenraum,
Wie das Klagen der Seele im Fiebertraum,
So heulet und gellt [nun]1 des Todes Reigen!
Vor dem die Bäume sich zitternd neigen,
Vor dem die Blume verhüllt ihr Gesicht,
Vor dem sich der Wurm in die Erde verkriecht.
Ihr Wachen, ihr Siechen, verschließt euer Ohr
Dem Liede des Spielmanns beim Kirchhofstor,
Es stirbt euer Herz, es starrt euer Blut,
Ihr Wachen, ihr Siechen, seid auf der Hut!

View original text (without footnotes)
1 Brandts-Buys: "nur"

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , title 1: "Night call", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2009-11-19
Line count: 18
Word count: 125