by Heinrich Schütz (1798 - 1880)

An die Entfernte
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Ach umsonst birgst du die Sterne
Deiner Augen meinem Blick,
Von des klaren Aethers Ferne
Strahlt ihr Abglanz mir zurück!
Deines Lächelns Himmelswonne,
Du entziehst umsonst sie mir,
Jede frühe Morgensonne
Zeigt das Lächeln mir von dir.
Deiner Wangen Zauberschöne
Seh' ich in der Rose Pracht,
Deines Mundes süße Töne
Hör' ich in der Sommernacht;
Wenn der Nachtigall Gesänge
Sehnsucht athmend mich durchziehn,
Wähn' ich, daß die holden Klänge,
Deinen Lippen sanft entfliehn.
Flüstert, von den Abendlüften
Leis bewegt, der Blütenstrauch,
Dann umweht in seinen Düften
Mich dein würz'ger Liebeshauch.
In der Lilie find' ich wieder
Deiner Unschuld Engelsbild,
Und es zieht zu ihr mich nieder,
Voll Entzücken süß und mild.
Also fühl' ich deine Nähe
Ueberall in der Natur,
Wo ich wandle, wo ich gehe,
Seh' ich dich, Geliebte, nur;
Denn in Sternen, Tönen, Blüten
Lächelst du mir zugewandt,
So verknüpft uns, selbst geschieden,
Ein geheimnißvolles Band!

Confirmed with Heinrich Schütz, Vermischte Gedichte, Carlsruhe: Im Selbstverlag des Verfassers so wie in Commission bei G. Holtzmann, 1841, pages 19-20


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Alexander Fesca (1820 - 1849), "An die Entfernte", op. 13 (5 Lieder von H. Schütz für Bariton oder Alt) no. 2, published 1842 [baritone or alto and piano], Braunschweig, Meyer [
     text not verified 
    ]

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , title 1: "To the distant one", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2016-03-30
Line count: 32
Word count: 148