by Christoph Ernst von Houwald (1778 - 1845)

Wenn ich auf Bergen steh'
Language: German (Deutsch) 
Wenn ich auf Bergen steh',
Und in die Ferne seh',
Mir ist's, als sei
Vor mir der Zukunft Land
Unerforscht, unbekannt
Wie ein Bild ausgespannt
Grenzlos und frei.    

Hier liegt ein trauter Ort,
Schattige Wälder dort
Laufen ins Thal.
Hier wogt des Teiches Rohr,
Dort blickt der Fluß hervor,
Berge im blauen Flor
Stehn ohne Zahl. 

Vöglein, wohin, wohin?
Könnt' ich doch mit dir ziehn
Weit, weit hinaus!
Auf welchem schmalen Steg,
Durch welches Waldgeheg,
Führt denn ein sichrer Weg
Mir einst nach Haus?  -- 

Armes Herz, frage nicht! 
Vöglein nicht Antwort spricht,
Zieht fort ins Thal  -- 
Bringst du zufriednen Sinn
Überall mit dir hin,
Kannst du zur Heimath ziehn
Auch überall.

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Confirmed with Vermischte Schriften von Ernst von Houwald, zweites Bändchen, Leipzig: bei Georg Joachim Göschen, 1825, pages 213 - 214.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2018-07-06
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