by Wilhelm Wackernagel (1806 - 1869)

Frühling im Wein
Language: German (Deutsch) 
Sonne, Mond und alle Sterne,
Blumenflur und Blütenbaum,
Alles kam aus weiter Ferne
Her in diesen Kellerraum:
Sonne, die den Wein erzogen,
Kühler Thau, der ihn genährt,
Alles lacht aus seinen Wogen,
Doch verschönt und neu verklärt.

Und die Geister, so die Blüten,
So die Trauben stets bewacht,
So des Rebenstocks zu hüten
Waren allezeit bedacht:
Sehet, auf den goldnen Wellen
Schweben sie und winden her,
Wollen sich zu uns gesellen
Treu in fröhlichem Verkehr.

Wenn es regnet, laßt es regnen!
Laßt es schneien, wenn es schneit!
Wo wir solchem Wein begegnen,
Wirds auf einmal Frühlingszeit,
Und im schönsten Maienglanze
Zieht die Sonne durch die Welt,
Und mit einem frischen Kranze
Schmückt' sich Heid' und Wald und Feld.

Confirmed with Weinbüchlein von Wilhelm Wackernagel, Leipzig: Weidmann'sche Buchhandlung, 1845, pages 40 - 41.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: Melanie Trumbull , Paul Ezust [Guest Editor]

Text added to the website: 2019-07-02 00:00:00
Last modified: 2019-07-02 00:35:56
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