Vier Weinlieder für Bass mit Pianoforte

by Friedrich Hieronymus Truhn (1811 - 1886)

Word count: 421

1. Der Niebelungenhort [sung text not yet checked]

Es war einmal ein König,
  Ein König war's am Rhein,
Der liebte nichts so wenig
  Als Hader, Gram und Pein.
Es grollten seine Degen
  Um einen Schatz im Land
Und wären fast erlegen,
  Vor ihrer eignen Hand.

Da sprach er zu den Edeln:
  "Was frommt euch alles Gold,
Wenn ihr mit euern Schedeln
  Den Hort erkaufen sollt?
Ein Ende sei der Plage,
  Versenkt es in den Rhein:
Bis zu dem jüngsten Tage
  Mag's da verborgen sein!"

Da senkten es die Stolzen
  Hinunter in die Flut;
Es ist wohl gar geschmolzen,
  Seitdem es da geruht.
Zerronnen in den Wellen
  Des Stroms, der drüber rollt,
Läßt es die Trauben schwellen,
  Und glänzen gleich dem Gold.

Daß doch ein Jeder dächte
  Wie dieser König gut,
Auf daß kein Leid ihn brächte
  Um seinen hohen Muth.
So senkten wir hinunter
  Den Kummer in den Rhein
Und tränken froh und munter
  Von seinem goldnen Wein.

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2. Ein Lied vom grünen Kranze [sung text checked 1 time]

Der schönste Ort, davon ich weiss
das ist ein kühler Keller;
das schnellste Geld, davon ich weiss
das ist der letzte Heller:
der rennt so hurtig, so geschwind
und ruht nicht eh'r, als bis er find't
Rheinwein und Muskateller.

Der schönste Wein, davon ich weiss
lässt sich den roten heissen;
und einen schönsten kenn ich noch
den nennt man nur den weissen:
der eine hilft, der andre frommt
wer nur zur rechten Muße kommt,
sich beider zu befleißen.

Ein frischer Trunk vom Fasse her,
danach steht mein Verlangen.
Das sind die schönsten Häuser doch
dran grüne Kränzlein hangen:
wo solch ein liebes Zeichen lacht
da ist mir recht in finstrer Nacht
ein Sternlein aufgegangen.

Und wer das Liedlein hat erdacht
und wer es hat gesungen?
ein fahr'nder Schüler hat's gemacht:
der Wein hat ihn bezwungen;
vor einem Fass, da ist sein Platz
ein volles Glas, das ist sein Schatz:
es ist ihm wohlgelungen.

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3. Rara virtus [sung text not yet checked]

Ich bin zu trinken stets gewillt
 . . . . . . . . . .

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4. Frühling im Wein [sung text not yet checked]

Sonne, Mond und alle Sterne,
Blumenflur und Blütenbaum,
Alles kam aus weiter Ferne
Her in diesen Kellerraum:
Sonne, die den Wein erzogen,
Kühler Thau, der ihn genährt,
Alles lacht aus seinen Wogen,
Doch verschönt und neu verklärt.

Und die Geister, so die Blüten,
So die Trauben stets bewacht,
So des Rebenstocks zu hüten
Waren allezeit bedacht:
Sehet, auf den goldnen Wellen
Schweben sie und winden her,
Wollen sich zu uns gesellen
Treu in fröhlichem Verkehr.

Wenn es regnet, laßt es regnen!
Laßt es schneien, wenn es schneit!
Wo wir solchem Wein begegnen,
Wirds auf einmal Frühlingszeit,
Und im schönsten Maienglanze
Zieht die Sonne durch die Welt,
Und mit einem frischen Kranze
Schmückt' sich Heid' und Wald und Feld.

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Confirmed with Weinbüchlein von Wilhelm Wackernagel, Leipzig: Weidmann'sche Buchhandlung, 1845, pages 40 - 41.


Research team for this text: Melanie Trumbull , Paul Ezust [Guest Editor]