Sommergang in die Heimath
Language: German (Deutsch) 
Wie traurig sehn die Au'n und Matten! 
Die Sonne brennt, die Luft ist schwül,  
Kein flüchtig Wölkchen bringt uns Schatten,
Kein Bäumchen säuselt sanft und kühl.
Wer aber trägt nicht gern ein Leid
In solcher heißen Sommerzeit! 
Ist auch der Tag so drückend schwül,
Der Abend wird ja labend kühl,
Wenn man wie wir zur Heimath zieht
Und all die Lieben wiedersieht!  

Und Abend wird's, die Sonne sinket,
Thau träuft herab auf Au und Feld,
Und aus dem nahen Walde blinket
Ein Thurm vom Abendroth erhellt. 
Ein Stündlein noch, dann sind wir da!
Dann ist das Herz dem Herzen nah,
Und Mutterlieb' im Vaterhaus  
Gießt ihre Sonnenstrahlen aus,
Und was auf Blumen Thau hier war,
Ist Freudenthrän' im Augenpaar.

Confirmed with Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, erstes Bändchen, Leipzig: F. A. Brockhaus, 1834, page 63.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2017-09-23
Line count: 20
Word count: 119